Druckmaschinen-Technologie

Neue Trocknertechnologie verspricht die Trocknung zu vereinfachen und aufwändige Brückentrockner zu vermeiden

Dies könnte zudem den Trend zum Drucken mit Wasserfarben verstärken – Von Helmut Mathes

Seit rund 20 Jahren spricht man davon, dass im Verpackungsdruck Wasserfarben einzusetzen sind und das entsprechende Gesetzgebungen bereits diskutiert werden. Geschehen ist allerdings nichts. Vorallem weil Lösemittelfarben im Flexo- und Tiefdruck in den letzten 70 Jahren keine Probleme mit der Gesundheit verursacht haben. Vergessen wir «gelegentliche Unfälle» aufgrund von Farbresten mit Spuren von Fotoinitiatoren in einer Trinkmilchverpackung, welcher durch den Ausfall von UV Strahlern in einer Druckmaschine entstand… Ausser dem Aufschrei in den Tageszeitungen gab es keine Reaktion da auch keine gesundheitlichen Folgeschäden auftraten.
Dennoch ist der Wunsch zur Verwendung von Wasserfarben unüberhörbar und die Entwicklungen zum Einsatz von Wasserfarben unterliegen unübersehbar gewissen Beschleunigungen. Vor allem im Flexodruck, wo in der täglichen Produktion seit Jahren bewiesen wird, dass dies problemlos im Bereich Flüssigverpackungen (Tetrapak) und Faltschachteln funktioniert. Wasserfarben sind offenbar auf Papier und Karton problemlos verdruckbar.
Die Problematiken entstehen allerdings beim Drucken auf Filmen und Folien bei der Farbübertragung und der Trocknung. Lösemittel- und Wasserfarben haben beide etwa 30 bis 40% Feststoffanteile in der Druckfarbe aber Lösemittelfarben trocknen etwa 3- bis 4-mal schneller als Wasserfarben. Im Flexodruck können beim Druck mit Wasserfarben auf Karton und Papier heute Spitzenqualitäten erzielt werden. Beim Druck auf Film und Folien ist allerdings eine Corona-Vorbehandlung oder ein Primer-Einsatz erforderlich, um eine gute Druckqualität zu erreichen.